Franken verbraucht immer mehr Fläche für Siedlung, Verkehr, Gewerbe und Energieerzeugung. Gleichzeitig wird die landwirtschaftliche Nutzfläche immer weniger. Freiflächen für Photovoltaik treiben dabei den gewerblichen Flächenverbrauch nach oben: 2025 entfielen von den bayernweit neu beanspruchten 2.908 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche 1.222 Hektar oder 42 Prozent allein auf den Bau neuer Photovoltaikanlagen.
Boden ist eine begrenzte Ressource. Wird eine Fläche für Wohngebiete, Straßen, Gewerbe oder Energieanlagen genutzt, steht er in der Regel nicht mehr für Landwirtschaft oder andere Nutzungen zur Verfügung. Insgesamt wurden in den drei fränkischen Regierungsbezirken nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik zwischen 2015 bis 2024 rund 9.550 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche neu ausgewiesen. Im gleichen Zeitraum gingen die Landwirtschaftsflächen um 17.000 Hektar zurück.
Photovoltaik wird zum Flächenfaktor
Hinter dem steigenden Verbrauch von Siedlungsflächen steckt nicht der klassische Bau von Wohnungen, Gewerbegebieten und Straßen. Die Statistik zeigt: Treiber ist die Freiflächen-Photovoltaik. Solarparks werden statistisch den Industrie- und Gewerbeflächen und damit der Kategorie Siedlungs- und Verkehrsfläche zugerechnet. 2024 entfiel bayernweit über ein Drittel der neu ausgewiesenen Siedlungs- und Verkehrsflächen auf Freiflächen-Photovoltaikanlagen. (Bayerisches Wirtschaftsministerium).
| Fläche | Regierung | 2015 (ha) | 2020 (ha) | 2024 (ha) | Veränderung 2015–2024 |
| Siedlung + Verkehr | Oberfranken | 86.127 | 87.815 | 89.720 | +3.593 ha / +4,2 % |
| Mittelfranken | 98.865 | 100.639 | 102.520 | +3.655 ha / +3,7 % | |
| Unterfranken | 103.041 | 104.261 | 105.340 | +2.299 ha / +2,2 % | |
| Land- wirtschaft | Oberfranken | 311.699 | 308.281 | 305.770 | –5.929 ha / –1,9 % |
| Mittelfranken | 344.198 | 339.706 | 337.790 | –6.408 ha / –1,9 % | |
| Unterfranken | 365.585 | 362.817 | 360.930 | –4.655 ha / –1,3 % | |
| Industrie/Gewerbe* | Oberfranken | – | 9.500 | 21.200 | – |
| Mittelfranken | – | 11.788 | 26.200 | – | |
| Unterfranken | – | 11.426 | 21.300 | – |
Drei unterschiedliche Entwicklungen
Oberfranken hatte zwischen 2015 und 2024 mit rund 3.590 Hektar (+4,2 Prozent) prozentual den stärksten Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Franken. Gleichzeitig verlor die Landwirtschaft rund 5.900 Hektar. 2025 hat sich der klassische Flächenverbrauch jedoch deutlich abgeschwächt: 2025 kamen lediglich 85 Hektar oder 0,1 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche neu hinzu – der niedrigste Wert aller sieben bayerischen Regierungsbezirke.
Mittelfranken steht unter dem größten Siedlungsdruck. Mit 14,2 Prozent ist hier bereits der höchste Anteil der Gesamtfläche für Siedlung und Verkehr ausgewiesen. Zwischen 2015 und 2024 kamen rund um 3.660 Hektar (+ 3,7 Prozent) neu hinzu, während rund 6.410 Hektar Landwirtschaftsfläche verloren gingen. (Bayerisches Wirtschaftsministerium)
Unterfranken weist mit 2.300 Hektar (+ 2,2 Prozent) den geringsten Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsfläche aus. Zugleich spielt dort Freiflächen-PV eine besonders große Rolle. In der Region Würzburg gingen 2024 rund drei Viertel des ausgewiesenen Flächenverbrauchs auf den Bau von Photovoltaikanlagen zurück. (Bayerisches Wirtschaftsministerium)
Die Entwicklung führt damit zu einem immer deutlicheren Nutzungskonflikt: Franken benötigt Fläche für Wohnen und Wirtschaft, für Verkehr und erneuerbare Energien – zugleich aber auch für Landwirtschaft, Natur und Landschaft. Je knapper die verfügbare Fläche wird, desto stärker stellt sich die Frage, welche Nutzung künftig Vorrang erhalten soll.
Statistische Quelle:
Bayerisches Landesamt für Statistik,
Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015 sowie
Pressemitteilung 256/2026/33/A vom 17. September 2026
https://www.statistik.bayern.de/presse/mitteilungen/2026/pm256/index.html
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie,
Daten zur Raumbeobachtung – Flächennutzung/Flächenverbrauch 2024.
